Susan Sontag
Geist und Glamour

Trennlinie

30.05.2008BETTINA SPOERRI

Es ist ein Bewunderer, der da schreibt – doch einer, der sich trotz seiner Begeisterung eine kritische Haltung nicht verbietet. Der junge deutsche Journalist Daniel Schreiber weiss in seiner Biographie – es ist die erste Sontag-Biographie weltweit – auf intelligente Weise Kultur- und Zeitgeschichte mit dem Leben und den Texten Susan Sontags zu verknüpfen und die wichtigen Kernthemen ihres Denkens herauszuarbeiten. Von Sontags schwieriger Kindheit über ihre schwierige frühe Ehe mit dem Akademiker Philip Rieff bis hin zu ihrem rastlosen Leben als alleinerziehende Mutter mit homosexuellen Beziehungen in New York und Paris breitet Schreiber Sontags spannungsreiches Leben aus. Aber vor allem zeichnet er präzise und gestützt auf unzählige publizierte Texte und Interviews, aber vor allem auch auf Gespräche, die er mit Menschen führte, welche Susan Sontag persönlich kannten, den ungewöhnlichen Weg einer Frau nach, die nicht nur die berühmten Essays über Fotografie-Ästhetik oder den gesellschaftlichen Umgang mit der Krankheit Krebs schrieb, sondern auch Romane schrieb, Filme drehte, Theaterregie führte und vor allem eine Art Pop-Star wurde, dessen Einfluss weit über die Kreise der Intellektuellen hinausstrahlte.

Eine Trenninie

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