Die Entdeckung des Hugo Cabret

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Im Umfeld von i-Pods, Handys, DVDs und Computergames behaupten sich Bücher, vor allem Bücher für Kinder und Jugendliche, unter anderem über die Auseinandersetzung mit audiovisuellen und neuen Medien; Autorinnen und Illustratoren zeigen, dass das Buch ebenfalls ein multimediales Medium sein kann und spielen einfallsreich und lustvoll mit dieser Erkenntnis. Zum Beispiel der amerikanische Comicautor Brian Selznick, der in «Die Entdeckung des Hugo Cabret» die Geschichte des Stummfilms erzählt, indem er den Roman selbst als Film inszeniert. Gekonnt wechselt er zwischen Film- und Textsequenzen; je nachdem, was die Hauptfigur, der Waisenjunge Hugo Cabret, gerade erlebt, verfolgen wir die Handlung in Worten oder in Bildern. Verfolgungsjagden eignen sich füs Filmische genauso gut wie Panoramablicke Weil die Leserinnen und Leser den Rhythmus beim Blättern selbst bestimmen können, sehen sie hinter die Kulissen der Illusion Film, der ja nichts anderes ist als eine Reihe von Bildern, die laufen gelernt haben. Seit dem Tod seines Onkels, der die Uhren am Pariser Bahnhof Montparnasse betreute, versucht sich Hugo Cabret, ein etwa zehnjähriger Junge, ohne Geld durchzuschlagen. Er zieht die Uhren auf und sucht fieberhaft nach Ersatzteilen für einen mechanischen Menschen, den sein Onkel in der Uhrenwärterwohnung versteckt hielt. Die Spur führt, so viel darf verraten werden, zu George Méliès, dem französischen Pionier des Stummfilms, der – das ist historisch verbürgt – nach dem Einbruch des Filmgeschäfts mechanisches Spielzeug verkauft hat. Selznick stellt ihm eine Nichte zur Seite, die sich mit Hugo anfreundet, und so entdecken die beiden Kinder gemeinsam, was sich hinter der geheimnisvollen und undurchschaubaren Oberfläche der Erwachsenenwelt verbirgt. (Ab ca. 10 Jahren)

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