Seestücke
Photografierte Gedichte von Meer und Wolken

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21.01.2016

In der Dichtkunst gehören Meer und Wolken neben den großen Themen Liebe und Krieg zum literarischen Urstoff. Die See ist unergründlich, unberechenbar, mal tosend, mal still, in der Bibel gar Anfang von allem Leben. In der Frühzeit der Photographie war das Meer als Motiv vor allem eine große Herausforderung, denn es erforderte großes technisches Können, mit der richtigen Belichtungszeit Wasser und Wolken gleichzeitig abzubilden, ohne dass der Vordergrund zu dunkel oder der Himmel zu blass wurde. 
Dem französischen Photographen und Maler Gustave Le Gray (1820–1884) gelang es in den 1850er Jahren mittels einer von ihm entwickelten MontageTechnik (aus Abzügen von zwei verschiedenen Negativen) eine ganze Serie von Aufsehen erregenden und zugleich hochpoetischen Seebildern anzufertigen. Der exquisite Bildband Gustave Le Gray: Seestücke, der soeben bei Schirmer/Mosel erscheint, stellt eine Sammlung dieser photographischen Raritäten, die zu den frühesten Seestücken der Photographie-Geschichte zählen, vor. 
Die 42 ganzseitig reproduzierten Seebilder – in unserem Band begleitet von einem Text des Photohistorikers Hubertus von Amelunxen – können dabei selbst als Gedichte, als eigenständige literarische Stücke gelesen werden. In Le Grays Photographien wird das Meer und dessen metereologische Befindlichkeit zum visuellen Symbol unterschiedlicher Gemütszustände des Menschen, zumeist zum Inbegriff ergreifender Melancholie. Trotz zaghafter Wellen, die auch Eingang in die Photographien finden, ist es die vermeintliche Ruhe der nostalgischen Aufnahmen, gepaart mit der Stille der Photographie, die diese emotional und atmosphärisch aufladen. 
Seestücke markiert in seinen Bildern zudem das seltsame Zusammentreffen zweier historischer Schlüsselmomente des 19. Jahrhunderts: das Ende der Segelschifffahrt und den Beginn der Weltherrschaft der Photographie. Dem Zauber vom Ende des einen und Anfang des anderen erliegen wir nur allzu gern.

In der Dichtkunst gehören Meer und Wolken neben den großen Themen Liebe und Krieg zum literarischen Urstoff. Die See ist unergründlich, unberechenbar, mal tosend, mal still. In der Frühzeit der Photographie war das Meer als Motiv vor allem eine große Herausforderung, denn es erforderte großes technisches Können, mit der richtigen Belichtungszeit Wasser und Wolken gleichzeitig abzubilden, ohne dass der Vordergrund zu dunkel oder der Himmel zu blass wurde. 

 

Dem französischen Photographen und Maler Gustave Le Gray (1820–1884) gelang es in den 1850er Jahren mittels einer von ihm entwickelten Montagetechnik eine ganze Serie von Aufsehen erregenden und zugleich hochpoetischen Seebildern anzufertigen. Der exquisite Bildband stellt eine Sammlung dieser photographischen Raritäten, die zu den frühesten Seestücken der Photographie-Geschichte zählen, vor. 

 

Die 42 ganzseitig reproduzierten Seebilder – in unserem Band begleitet von einem Text des Photohistorikers Hubertus von Amelunxen – können dabei selbst als Gedichte, als eigenständige literarische Stücke gelesen werden. In Le Grays Photographien wird das Meer und dessen metereologische Befindlichkeit zum visuellen Symbol unterschiedlicher Gemütszustände des Menschen, zumeist zum Inbegriff ergreifender Melancholie. Trotz zaghafter Wellen, die auch Eingang in die Photographien finden, ist es die vermeintliche Ruhe der nostalgischen Aufnahmen, gepaart mit der Stille der Photographie, die diese emotional und atmosphärisch aufladen. 

 

Seestücke markiert in seinen Bildern zudem das seltsame Zusammentreffen zweier historischer Schlüsselmomente des 19. Jahrhunderts: das Ende der Segelschifffahrt und den Beginn der Weltherrschaft der Photographie. Dem Zauber vom Ende des einen und Anfang des anderen erliegen wir nur allzu gern.

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