Alles ist erleuchtet

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07.05.2003CORNELIA SCHWEIZER

Ein junger Amerikaner kommt in die Ukraine. Er heisst zufällig Jonathan Safran Foer und ist ebenso zufällig 1977 geboren. Im Gepäck hat er das vergilbte Foto einer Frau namens Augustine. Sie soll gegen Ende des 2. Weltkrieges seinen Grossvater vor den Nazis gerettet haben. Jonathan will Augustine finden und Trachimbrod, den Ort, aus dem seine Familie stammt. Sein Reiseführer ist ein alter Ukrainer mit einem noch älteren klapprigen Auto. Sein Dolmetscher, dessen Enkel Alex, ist ein unglaubliches Grossmaul und ein Genie im Verballhornen von Sprache. Mit von der Partie ist Sammy Davis jr.jr., eine neurotische Promenadenmischung mit einer Leidenschaft für Jonathan, der Angst vor Hunden hat. Die Reise führt durch eine verwüstete Gegend und in eine Zeit des Grauens. Alex berichtet in seiner unnachahmlichen Sprache von den Abenteuern und wunderbaren Missverständnissen während dieser Fahrt. Jonathan erzählt die phantastische Geschichte Trachimbrods bis zum furchtbaren Ende. Und der alte Ukrainer begegnet den Gespenstern seiner Ver- gangenheit. Alex und Jonathan aber sind zum Schluss der Reise Freunde geworden. «... mehr als nur ein besonderes Buch, wahrscheinlich der erste überzeugende Bericht der Generation der Enkel über das Erbe der Holocaust Generation ... Mit seinen beiden Erzählern, den vielfachen Spiralen von Witz und den halsbrecherischen Wechseln zwischen Horror und Heiterkeit, ist ‹Alles ist erleuchtet› eine wahre Wundertüte.» Los Angeles Times Book Review Jonathan Safran Foer ist ein begnadeter Erzähler. Er schreibt wunderbar klug, frech, weise, übertrieben, lustig und traurig. Entstanden ist Literatur. Und ein Lesegenuss.

Eine Trenninie

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