Chuzpe

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12.10.2006BETTINA SPOERRI

Tragikomik ist eine der Stärken der amerikanischen Schriftstellerin Lily Brett, und diese Stimmungsmischung gelingt ihr auch wieder in ihrem neuen Buch. Dessen deutscher Titel – «Chuzpe» (was soviel wie ‚unverschämter Mut’ bedeutet) – kommt allerdings nicht an den saftigen Originaltitel heran: «You Gotta Have Balls». Die ‚Bälle’, das sind hier Bälle, die man essen kann, nämlich Klopse. Unter anderem eine Spezialität in Polen. Polen wiederum ist das Heimatland von Edek, dem Holocaust-Überlebenden und Vater der Romanprotagonistin Ruth Rothwax. Und hier lernen Rothwax-Vater und -Tochter die Polinnen Zofia und Walentyna zufällig kennen, die später ihr Leben in New York gänzlich umkrempeln werden. Doch beginnen wir von vorne: Ruth Rothwax lebt in New York und lebt von Grusskarten mit besonderen Sprüchen. Ihr Vater, der sich nach dem Tod der Mutter einsam fühlt, zieht von Melbourne zu ihr nach New York und hilft ihr in ihrer Firma – mit anderen Worten: Er richtet innerhalb weniger Wochen ein ziemliches Chaos an. Die gleichzeitig ängstlich-besorgte, aber auch hochneurotische Ruth sucht für ihren Vater verzweifelt ein ‚anderes Hobby’. Ohne Erfolg. Alles ändert sich, als Zofia und Walentyna eines Tages eine Green Card gewinnen, sofort ins Flugzeug steigen und in New York ein kleines Restaurant eröffnen, das zum ganz grossen Renner wird. Ein sinnliches und versöhnliches Buch.

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