Der längste Tag des Jahres

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31.05.2006BETTINA SPOERRI

«Der längste Tag des Jahres», das ist der 21. Juni. An diesem Tag – in einem Jahr, das 2006 sein könnte – erfahren fünf erwachsene Kinder, dass ihr Vater Paul Kadereit, ein Wüstenspezialist, unerwartet gestorben ist. Die Mutter fand ihn zusammengebrochen am Eingang seines Wüstenbienenhauses. In fünf gesonderten Kapiteln schildert Tanja Dückers, wie Sylvia, Benni, Anna, David und Thomas die Nachricht von dem Tod einer und eine nach dem/der anderen per Telefon – einer aber erst Wochen verspätet per Brief – erhalten. Das einschneidende Ereignis reisst sie alle aus ihrem Alltag heraus und lässt sie aus ihren ganz unterschiedlichen Perspektiven über die Familie und den Vater nachdenken. Die älteste Tochter Sylvia teilt die spezielle Leidenschaft ihres Vaters für die Wüste; sie war dem Mann, der sein Leben seiner Tierhandlung und den Wüstentieren widmete, am engsten verbunden. Die anderen Kinder nahmen es dem Vater übel, dass ihm die Warane und Chamäleons meist wichtiger waren als sie, seine eigenen Kinder. Der jüngste Sohn, Thomas, hat der Familie sogar ganz den Rücken gekehrt. Tanja Dückers’ Mosaik fünf emotional differenzierter Blickwinkel taucht in das emotionale Geflecht einer zeitgenössischen deutschen Familie ein und wirft einzelne Schlaglichter auf die Auseinandersetzungen und Missverständnisse zwischen der Nachkriegsgeneration in Deutschland und den heute 20- bis 40-Jährigen.

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