Die Farben der Grausamkeit

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Richard, ein Radiojournalist, lebt mit seiner Frau Selma und den beiden Söhnen in einem etwas einsam gelegenen umgebauten alten Bauernhaus auf dem Land. Mit dem Auto fährt er in die Stadt zum Studio, wo er mit seiner Familie früher gewohnt hat, hier besitzt er noch eine Wohnung. In der Stadt lebt auch die junge Radiojournalistin Ursula. Richard zieht es aufs Land, er liebt das umgebaute Haus, er mag die Natur, er liebt seine Frau und seine Kinder. Und er liebt gleichzeitig das städtische Leben und die junge Journalistin. Richard weiss: er muss sich entscheiden. Es fällt ihm nicht leicht, die Beziehung zu seiner Berufskollegin aufzugeben. Ursula ist es, die die Beziehung beendet. Und Richard hängt ihr nach, vermisst sie. Der Umbau des Hauses auf dem Land sollte ihm helfen, von Ursula loszukommen. Und doch ist Ursula stets präsent. Zur Zeit des Mauerfalls 1989 arbeitet Richard für seinen Radiosender in Berlin, wo er Ursula, die mittlerweile In Barcelona verheiratet ist, zufällig wieder begegnet. Die erotische Beziehung flammt wieder auf, Richard ist wieder hin- und hergerissen zwischen den beiden Frauen. Als Ursula, die in Spanien Miguela genannt wird, schwanger wird, endet die Beziehung, wieder ist es sie, die die Beziehung nicht fortsetzen will. Der Südtiroler Schriftsteller Joseph Zoderer beschreibt die Zerrissenheit in der Liebe und im Leben aus der Perspektive eines Mannes, er beschreibt die Natur und das Leben auf dem Land in ebenso starken Farben wie die Hektik der Städte, in denen der Roman spielt. Einsamkeit erlebt Richard da wie dort, Einsamkeit befällt ihn, der er sich zwei Leben hingibt, Verzweiflung und Lust prägen das Leben dieses Mannes zwischen so unterschiedlichen Lebensformen.

Eine Trenninie

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