Die melodielosen Jahre

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18.07.2007BETTINA SPOERRI

Wie ein moderner Taugenichts reist und wandert Peter Webers Protagonist «O» respektive Oliver, er ist unterwegs in Städten wie Zürich, Görlitz, Istanbul, Frankfurt, London, Berlin, Genua. Dazwischen landet er auch einmal auf einer Alpweide in der Innerschweiz. Nur lose verknüpft sind die Reisebeobachtungen und kurzen Erzählungen, die das Buch «Die melodielosen Jahre» zusammen komponiert; und doch kehren manche rhythmischen Muster, Sprachklänge oder thematischen Bezüge in Variationen wieder. Die Textminiaturen folgen weder einem chronologischen Muster noch bleiben sie den einzelnen Geographien jeweils länger «treu», aber viele Texte sind wunderbar poetisch verdichtet und entführen in eine betörende Sprach- und Klangwelt. Und unter die Beschreibungen und Szene-Skizzen mischen sich zuweilen auch Erinnerungen: an die Schulzeit und einen pädagogisch geschickten Deutschlehrer, der die Schüler zum eigenen Schreiben und zum Entdecken der Sprache motivierte – mit nachhaltigem Erfolg bei «O» (respektive Peter Weber).

Eine Trenninie

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