Gustavs Traum

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10.03.2008BETTINA SPOERRI

Das Prosadebüt des 1983 geborenen Berner Autors Christian Zehnder überrascht mit einer eigensinnigen Sprache, die an Legenden und Märchen oder an Texte aus der Romantik, etwa von Hugo von Hofmannsthal, erinnert. «Gustavs Traum» erzählt eine Familiengeschichte und doch auch wieder nicht, traumhaft und surreal ist das Geschehen beschrieben. In stark atmosphärischen Bildern erzählt das Buch von der leidenschaftlichen und sich um Konventionen foutierenden Liebe zwischen Veronika und Gustav, der rebelliert und den Restauratorenberuf seines Vaters nicht mehr weiterführen will, und vom Aufwachsen ihres Sohnes Dominik. Als Gustav stirbt, begeben sich Veronika und Dominik auf die Wanderschaft, verlieren sich, finden sich schliesslich wieder – und neue Seelenverwandte: Paul und Juliane. Das schmale Bändchen «Gustavs Traum« kümmert sich ebensowenig um Rationalitäts- und Kausalitätsprinzipien wie seine Protagonisten, und gerade das macht es zu einem aussergewöhnlichen Lektüreerlebnis.

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