In fremden Gärten

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20.11.2003BETTINA SPOERRI

Nach seinem Erzählband «Blitzeis» (1999) legt Peter Stamm mit «In fremden Gärten» wieder eine Sammlung mit elf Erzählungen vor. In dieser eröffnet sich ein Kaleidoskop von menschlichen Existenzen, von denen die meisten einsam sind und in der einen oder anderen Weise am Rand der Gesellschaft leben – ein Personal, das auch mit den Figuren in Peter Stamms Romanen «Agnes» und «Ungefähre Landschaft» verwandt ist –: eine alternde Witwe, ein scheu verliebter Zirkusartist, eine regelmässige Klinikinsassin und ihre neugierige Nachbarin, die in der ganzen Welt herumreisenden Mitarbeiter eines multinationalen Konzerns, ein seltsames, geklont anmutendes Schwesterntrio oder eine missglückte Beziehung zwischen Vater und Tochter. Stamm klagt nicht an, sondern beschreibt in seinen Erzählungen mit wenigen, sparsamen Strichen und lakonischem Duktus das Leben dieser Menschen, dessen Trostlosigkeit anrührt – gerade durch den konsequenten Verzicht auf pathetische Töne.

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