Los

Trennlinie

01.02.2005

«Mein Thaler hat sich verwandert.» – an diesen Satz klammert sich Thalers Frau, nachdem Thaler unauffindbar bleibt. Thaler, der mit dem Leben gekämpft hat. Lehrer, seit Jahren arbeitslos, Vater zweier Kinder, selber Kind einer Familie, in der Eltern wie Bruder an Krebs gestorben sind, nun selber die Krankheit in sich spürend. Klaus Merz’ neustes Buch erzählt, wie Thaler Mitte November in den Zug steigt, eine Bergwanderung unternimmt, stürzt und im Schnee erfriert. Merz verpackt in dieser Wanderung in gewohnt knapper, dichter Art Alltägliches sowie Episoden aus Thalers Vergangenheit, die sich allmählich zu einem Ganzen ergänzen. Eingestreut Thalers geschriebene Geschichte über die letzten Tage seiner Mutter, «die ein Neuanfang hätte werden können». «Los» ist die berührende Geschichte eines resignierten Mannes, der eine Tages «los» zieht und dabei – wider Willen? – das Leben «los»lassen muss. Der schmale Band beinhaltet noch drei Vignetten von Heinz Egger, welcher seit Jahren Merz’ Buchumschläge gestaltet.

Eine Trenninie

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