Mein Leben als Mann

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20.04.2007BETTINA SPOERRI

Der Hanser Verlag hat den frühen Roman «Mein Leben als Mann» aus den Siebziger Jahren von Philip Roth neu aufgelegt – eine Wiederentdeckung des verspielten Textes lohnt sich sehr. Der erfolgreiche Literaturdozent und Autor Peter Tarnopol schlittert von einer missglückten Affäre in die nächste und versucht sich schliesslich aus einer Ehe zu strampeln, die ihn in den mentalen Ruin zu treiben droht. Da der in Erzähltechniken versierte Literaturexperte sich auf raffinierte Weise selbst überlisten kann, helfen ihm in seiner Lebenskrise weder die Niederschrift autobiografisch gefärbter Texte über einen «Mr. Z» (die «Zuckerman»-Figur trat hier erstmals in Erscheinung und wurde in der Folge zum Protagonisten einer ganzen Trilogie) noch seine Psychoanalyse bei «Dr. Spielvogel». Virtuos jongliert Roth mit den Erzählebenen, spiegelt Tarnopols Geschichte in dessen literarischen Texten – und diese wiederum in den Lektüre-Reaktionen seiner Verwandten und Freundinnen. «Mein Leben als Mann» ist eine sehr amüsante, exzentrische Präsentation des komplexen Verhältnisses von Fiktion und Realität.

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