S wird nümme wies nie gsi isch
Mundartprosa

Trennlinie

26.01.2015

Andreas Neeser präsentiert neue Mundart-Texte: kurze Erzählungen, oszillierend zwischen Aufbegehren und Resignation, Angst und Hoffnung, Düsterkeit und Licht. 

In bild- und klangstarker Sprache erkundet Neeser die (Un-)Möglichkeiten einer selbstbestimmten Existenz in einer abgründig kleinen Dorfwelt. Seine Gestalten kämpfen auf ihre ganz eigene Weise um ihren Platz im Dasein: der Junge, der sich im Heu versteckt, um endlich mal gesehen zu werden; das Mädchen, das dem Lehrer selbst verfasste ­Gedichte zeigt und auf ein Echo hofft; die alte Frau, die mit dem leeren Kinderwagen ausgeht; die Frau, die aus dem Dorf wegzieht, weil sie die Sirene des Krankenwagens nicht mehr erträgt; der Bub, der sich im Schneesturm verirrt und einen Vater findet; der Bauer, der ohne seine Kühe auch im Ernstfall nicht im Zivilschutzkeller Schutz suchen würde, oder der Alte, der glaubt, übers Wasser gehen zu können.

Ob sie aufbrechen oder zurückbleiben, ihr Leben selbst in die Hand nehmen oder nur Zuschauer am Rand sind, ob sie noch Fragen stellen, wie die Kinder, oder sich keine Antworten mehr zu geben haben – Neesers kleine Helden berühren, so, wie sie sind. Und sie machen Hoffnung, auch und gerade im Scheitern. Hoffnung auf ein besseres Leben im ­Eigenen.

Eine Trenninie

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