Verschwörung gegen Amerika

Trennlinie

20.09.2005BETTINA SPOERRI

Feine, schmale Bücher mit einem liebevoll gestalteten Umschlag muss ich fast in die Hand nehmen und reinblättern. Umso erfreulicher, wenn der Inhalt hält, was die Gestaltung verspricht. «Das Geheimnis des Goldschmieds» von Elia Barceló – es ist übrigens das erste Buch der spanischen Autorin, das auf Deutsch übersetzt wurde – ist ein solches Buch. Es erzählt zwei Geschichten, die aber eigentlich eine Geschichte sind. Der Ich-Erzähler, Mitte Vierzig und erfolgreicher Goldschmied, reist im Jahre 1999 in seine Heimatstadt Villasanta de la Reina, welche er seit seiner Jugend nicht mehr besucht hat. Mit neunzehn Jahren hatte er sich in eine Freundin seiner Mutter, Celia, verliebt, die ihm nach einer kurzen Liebesbeziehung den Laufpass gab. Man hatte sich erzählt, dass sie in jungen Jahren ihren Verlobten wegen eines unbekannten, älteren fremden Mannes verlassen habe. Der Ich-Erzähler hofft nun, bei seinem Besuch Celia nochmals zu treffen – und er trifft sie auch. Allerdings landet er nicht im Villasanta 1999, sondern im Villasanta der Fünfzigerjahre. Er erlebt so als Mittvierziger die Heirat seiner Eltern mit und verliebt sich in die junge Celia. Eine tragisch-schöne Liebesgeschichte in einem wunderschön gestalteten Buch.

Eine Trenninie

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