Was das Leben mit der Liebe macht

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07.09.2011BETTINA SPOERRI

Die Geschichten von Erwin Koch in „Was das Leben mit der Liebe macht“ tragen den Untertitel „Wahre Geschichten“, und sie wandeln denn auch tatsächlich auf einem schmalen Grat zwischen Fakten und Fiktion. Wie der Corso-Verleger Rainer Groothuis im Nachwort schreibt, handelt es sich nach Auskunft des Autors – und übrigens grossartigen Reportage-Journalisten – Koch um „das Ergebnis realer Begegnungen“. Die Erzählungen, in knapper, nüchterner und prägnanter Sprache gehalten, durchschreiten die Höhen und Tiefen grosser Liebe. Die lauten und aber auch ganz leisen Glücksmomente und Dramen, die da ausgebreitet werden, sind aufwühlend und verstörend, manchmal von melancholischer Traurigkeit, eher selten fröhlich. Da ist u.a. die Geschichte von Alois und Annely, die ein unspektakuläres Leben führen, als junge Eheleute, als Grosseltern schliesslich – doch bald wird Alois immer kränker, und Annely bleibt nach einem langen gemeinsamen Leben schliesslich allein zurück. Eine ganz andere Geschichte ist die hinter Mord-Schlagzeilen, an die wir uns noch gut erinnern mögen: Nach dem Flugunfall bei Überlingen, in dem seine geliebte Frau und seine Kinder ums Leben kamen, bringt Witali Kalojew rachsüchtig und verzweifelt den Fluglotsen mit mehreren Messerstichen um. Erwin Kochs Erzählungen zeichnen die Wucht von Gefühlen nach – aber immer wieder auch die Langweile, die sich im Alltag in der Liebe einschleichen kann.

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