Wiener Walzer
Eine literarische Reise mit dem Nachtzug von Zürich nach Wien

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04.03.2008BETTINA SPOERRI

Von der wachsenden gegenseitigen Neugier der Schweizer und der Österreicher zeugt die neue, vom Schweizer Autor Hansjörg Schertenleib initiierte und edierte Anthologie mit kurzen Erzählungen. Das Buch ist eine eigentliche Liebeserklärung an den Nachtzug «Wiener Walzer», der im Zeitalter der Billigflüge noch immer die Strecke von Zürich über Sargans, Innsbruck, Salzburg und Linz nach Wien abfährt. Von seltsamen nächtlichen Begegnungen und schlaflosen Stunden, melancholischen Rückblicken oder mutigen Aufbrüchen erzählen die Geschichten in dem Band. Und durch alle Texte geistert der vom Herausgeber skizzierte Schaffner, der Pfefferminz-Pastillen lutscht und eine abenteuerliche Narbe unter seinem linken Auge trägt. Alex Capus entwirft ein Beziehungsgeflecht zwischen den Zugpassagieren, Annette Mingels spürt Eifersuchtsgefühlen zwischen zwei Schwestern nach, Perikles Monioudis’ Schaffnerfigur verliert sich in wehmütigen Erinnerungen an seine frühere Frau. Neben ihnen erzählen hier auch Judith Kuckart, Peter Stamm, Michael Stauffer und Journalist Mark van Huisseling aus der Schweiz, Franzobel, Paulus Hochgatterer und Christian Schüle aus Österreich sowie der heute in Irland wohnhafte Autor Rolf Lappert und Keto von Waberer aus München ihre «Wiener Walzer»-Geschichte.

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