Gedächtniszeiten
Über jüdische und andere Geschichten

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20.11.2003BETTINA SPOERRI

Es ist kein neuer Text, den das Buch präsentiert, sondern eine Sammlung von wichtigen wissenschaftlichen Beiträgen zum Thema Geschichte und Erinnerung, die Dan Diner, der Direktor des Simon-Dubnow-Instituts für jüdische Geschichte und Kultur an der Universität in Leipzig, seit 1988 in zahlreichen verschiedenen Publikationen veröffentlicht hat. Die vierzehn Aufsätze nähern sich von verschiedenen Seiten der Frage nach den Konsequenzen aus der Geschichte des jüdischen Volkes für das Nachdenken über historische Veränderungen und die Möglichkeit, Vergangenheit als «Gleichzeitigkeit einer Vielfalt von Vergangenheiten» wahrzunehmen. Die Geschichte des jüdischen Volkes ist dabei für Dan Diner aufgrund seines transnationalen, urbanen und mobilen Charakters paradigmatisch für geschichtliche Veränderungen im 20. Jahrhundert. Der Historiker demonstriert in seinen analytischen, scharfsinnigen Aufsätzen, wie Nationalgeschichten deblockiert und auf grössere politische und gesellschaftliche Zusammenhänge ausgeweitet werden können – ein Verfahren, das gerade in Europa immer wichtiger werden wird.

Eine Trenninie

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