Je Suisse
Zur aktuellen Lage der Schweizer Literatur

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03.10.2003BETTINA SPOERRI

Die frühere Tages-Anzeiger-Literaturredaktorin Pia Reinacher, die heute u.a. als Kritikerin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung arbeitet, gibt in diesem längeren Essay einen Überblick über die jüngsten Entwicklungen der Schweizer Literatur. Dabei fokussiert sie den folgenreichen Generationenwechsel in den 1990er Jahren und beschreibt, wie sich junge Schweizer Schriftstellerinnen und Schriftsteller wie Peter Weber, Ruth Schweikert oder Peter Stamm neue Schreib- und Marketingstrategien zu eigen machen, mit denen viele der Paradigmen der «Vätergeneration» überholt werden. Der «Vaterlandsdiskurs» und die «Schweizer Enge» sind in der jüngeren Schweizer Literatur aufgebrochen zu Gunsten von Landes- und Kulturgrenzen überschreitenden Texten, gepaart mit gezielter, erfolgreicher Selbstvermarktung der Autorinnen und Autoren. Eine Streitschrift, die bereits einige Wellen geworfen hat – und der Schweiz gut tut. Schade nur, dass der zweite Teil in für das Thema nur halb ergiebigen Schriftstellerporträts mündet, denen ihre Zeitungsartikel-Herkunft allzu deutlich anzumerken ist.

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