Leo Africanus
Ein Reisender zwischen Orient und Okzident

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03.01.2013

Die große Historikerin Natalie Zemon Davis erzählt die exemplarische Lebensgeschichte des Leo Africanus wie einen Abenteuerroman: als Muslim geboren, von Katholiken vertrieben, von Piraten gefangengenommen und vom Papst getauft.

Der Versuch, Islam und Christentum miteinander zu vereinen und gleichzeitig zu leben, reicht weiter zurück, als man denkt: Leo Africanus ist eine schillernde Figur der Renaissance, ein Vermittler zwischen den Kulturen, zwischen Afrika und Europa. Geboren als al-Hasan ibn Muhammad al-Wazzan im damals noch muslimischen Granada, hat der lateinisch »Leo Africanus« genannte Al-Wazzan Spanien als Kind nach der Reconquista 1492 verlassen und ist mit seiner Familie nach Marokko übergesiedelt. Von Piraten gefangengenommen, gelangt er 1518 nach Rom. Er konvertiert vom Islam zum Christentum und wird von Papst Leo X. auf den Namen »Giovanni Leone de’ Medici« getauft.
Wieder einmal gelingt es Natalie Zemon Davis, auf der Grundlage einer außergewöhnlichen Biographie die Geschichte einer ganzen Epoche zu rekonstruieren. So macht Geschichte Spaß – und man vergisst mitunter vollkommen, dass man es hier mit Wissenschaft zu tun hat …

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