Von Baum zu Baum

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30.06.2009

Majestätisch stehen sie vor uns. Den Kopf im Himmel, tief in der Erde verwurzelt. Manche von ihnen haben über 250 Jahre Zürcher Geschichte erlebt. Sie schmücken die Parks herrschaftlicher Villen, wie der stolze Riesenmammutbaum im Belvoirpark. Gepflanzt zur Geburt von Lydia Escher, ist er jetzt an die 35 Meter hoch. Oder es zeugt nur noch ein alter Baum von der einst glanzvollen Umgebung, wie der einsame Ginko auf dem Parklatz des Kirchenweges 5. Mit dem kürzlich erschienenen «Führer zu besonderen Bäumen Zürichs» von Walburga Liebst kann man ganz wunderbar auf Entdeckungsreise gehen. Der gelernten Biologin ist eine faszinierende Mischung geglückt. So beschreibt sie nicht nur gut verständlich die botanischen Besonderheiten der rund fünfzig ausgewählten Bäume. Auch kulturgeschichtliche Informationen, Stadtgeschichte und ethnologische Besonderheiten erweitern den Horizont. Dafür wertete die Autorin unter anderem historische Quellen, Zeugenaussagen, alte Luftbilder und eigene Beobachtungen aus. Schöne Farbfotografien machen das Buch zusätzlich zum Genuss. Ein «echter botanischer Schatz» sei beispielsweise die Bergulme in der Baumgasse im Kreis 5. Wer das Kapitel liest erfährt zudem etwas über die mythologische Bedeutung der Ulmen im antiken Griechenland, die harte Bestrafung von «Baumschälern» im Mittelalter, die Luther-Ulme bei Worms und die heutigen Überlebenschancen dieser Baumart. Um ganz sicher zu gehen, dass man den Standort der beschriebenen Bäume findet, gibt es im Anhang des Buches eine ausführliche Tabelle, inklusive Tram-Angabe. Wer im Internet den GIS-Browser der Stadt Zürich aufruft und dann die Adresse oder die angegebenen Koordinaten eingibt, erhält ausserdem den passenden Kartenausschnitt.

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